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5. Die Kurzformel

Individuelle Karriereplanung und Teile der Personalentwicklung bleiben daher auf der Strecke, denn angesichts der beidseitigen Bindungslosigkeit haben Laufbahn- und Karriereplanungen in Unternehmensberatungen wenig Sinn. Im Ergebnis haben Unternehmensberatungen keine Stammplatzgarantie bei ihren Kunden und geben auch ihren Mitarbeitern keine Stammplatzgarantie: Sie können jederzeit ausgewechselt werden! Für Berater, die ein gefordertes Pensum nicht schaffen, gibt es nur wenig Loyalität von Seiten der Firmenleitung – ist doch der Arbeitsmarkt mit vielen suchenden Bewerbern gefüllt, die entweder von den Hochschulen kommen oder als „Umsteiger“ aus anderen Beratungen motiviert sein müssen, wieder Anschluss zu finden.

6. Fazit

Nach einem motivierten Einstieg ergibt sich für Berater bald eine Situation, bei der Frustrationstoleranz gefragt ist und Interessenkonflikte systemimmanent sind. Es besteht die Gefahr der Demotivation und auch der Blindheit für die eigene Beschäftigungsfähigkeit. Berater werden sich permanent nach anderen Optionen umschauen (Opportunismus) und doch nicht viele Alternativen haben, wenn sie erst in der Unternehmensberatung beschäftigt sind. Die Unternehmensberatungen werden weiterhin Mechanismen nutzen, um unter den Mitarbeitern gute auszuwählen, unter diesen im internen Leistungswettbewerb die Bewährtesten zu identifizieren und diese dann zu behalten (Darwinismus), und sich im übrigen auf ihre Leistung beim Kunden konzentrieren.

Unter zwei Bedingungen spricht nichts gegen eine darwiportunistische Arbeitswelt bei Unternehmensberatungen:

  • Alle Beteiligten müssen die innere Logik kennen.
  • Alle Beteiligten müssen mit konsequenten Rollen darauf reagieren.

Der psychologische Kontrakt zwischen Berater und Unternehmensberatung lautet dann: „Akzeptanz des darwinistischen Verhaltens“ gegen „Akzeptanz des opportunistischen Verhaltens“.

© Christian Scholz 2003

Info-Box
 

Scholz, Christian
Spieler ohne Stammplatzgarantie
Darwiportunismus in der neuen Arbeitswelt

1. Auflage – Februar 2003
24,90 Euro / 38,- SFR
ISBN 3-527-50052-9

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Weitere Informationen unter: www.darwiportunismus.de

 

Der Autor:

Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz ist Lehrstuhlinhaber für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken, Direktor des dortigen Europa-Instituts sowie des Instituts für Managementkompetenz ( imk ). Gilt als Vordenker und Querdenker im Hinblick auf die neue Arbeitswelt. Gegenwärtig besonders umstrittene Thesen sind „Darwiportunismus als sozialer Kontrakt“ und „Virtuelle Personalabteilung als Professionalisierungsstrategie“. Zur Zeit besonders aktiv in der „Neupositionierung unternehmerischer Personalarbeit“ sowie im Feld der neuen Medien, dort unter anderem seit 1999 mit dem Internetsender „orgaTV.de“.

 

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